Beim Lesen dieser Chronik von Neidenbach mag manchem Leser der berechtigte Gedanke kommen, dieses oder jenes Geschehnis, die Geschichte der Friedhöfe, die Geschichte alter Häuser, die Geschichte der Schule und die Darstellung der Gemeindeverwaltung müssten auch darinnen stehen. Die geschichtliche Abhandlung dieser neuzeitlichen Einrichtungen wäre kein Problem, da genug Quellenmaterial dazu vorliegt. Eine Darstellung der so reichen Geschichte Neidenbachs ist in unserem Beitrag leider aber nicht mehr möglich gewesen, die wichtigsten geschichtlichen Grundlagen, ein Gerüst der Heimatgeschichte, wurden erarbeitet. Wir haben als wichtigste Zeugen der Geschichte Urkunden mit dem vollen Wortlaut aufgenommen; sie sind ja längst wahre Geschichte geworden, Marksteine des Lebens von Generationen, die auf dem Heimatboden lebten, arbeiteten und starben. Die letzten fünfzig Jahre haben viele von uns erst geformt, nirgendwo ist das Leben vor und nach den beiden Weltkriegen dasselbe geblieben. Die beiden Weltkriege mit ihren Verlusten und Leiden haben auch in Neidenbach geschichtliche Maßstäbe und Marksteine gesetzt. Alle geschichtlichen Abläufe Neidenbachs, die sich nicht nur im Ursprung und Wachstum, sondern auch in ihrer Vollendung darbieten, münden gleich vielen Bächen und Rinnsalen in den umfassenden Strom der Gesamtgeschichte, sie münden in die Ewigkeit, in Gottes Hand.
Quellenangabe: Festschrift 800-Jahr-Feier der Gemeinde Neidenbach 1977
