Vor das Hochgericht in Luxemburg waren 16 Bewohner aus Neidenbach als Zeugen geladen, hier noch einige Aussagen vor dem Hochgericht in Luxemburg, das Hochgericht zu Neidenbach betreffend:
platz bey dem Dorff Neidenbach, welche man ney dem Hochgericht nennen, aus dem dass ein Hochgericht vor Zeiten da gestanden habe, solches aber seie alles vergangen, seithero obgit nit geschehen.
Sagt er habe bey seinen lebzeiten kein Hochgericht zu Niedenbach gesehen, aber woll gehört, dass eins der Orwichen gestanden.
Sagt denselben wahr sein, habe auch gehoert, dass vor Zeiten ein Galgen daselbst gestanden.
Sagt Inhalt desselbigen wahr sein, und hab weylandt Christoph Kob Hauptmann zu Malbergh einsmals vor 14 oder 15 Jahren ungefehr Holtz dahin fuehren lassen, in meynungh das Hochgericht aufrichten zu lassen.
Sagt denselben wahr sein, Er habe auch hiebevorn helfen Holtz beyführen das Hochgericht uffzurichten, seie aber solcher der geprüder von Malburgh uneynigkeith halber underlassen.
Kriegszeiten in Neidenbach
Über Zerstörungen und Gewalttaten in Kriegszeiten liegen eigentlich wenige schriftliche Belege vor. In den meisten Urkunden werden Kyllburg und Malberg erwähnt, es ist aber selbstverständlich, dass in solchen Kriegszeiten auch Malbergweich und Neidenbach in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Karl 1. (VI.) (1625 - 1649) von England schickte seinem Schwiegersohn Friedrich von der Pfalz ein kleines Kontingent von Hilfstruppen. Die Engländer zogen durch die Niederlande in Richtung Trier. Bei Neidenbach bezogen sie ein Lager. Durch immer wieder gemachte Münzfunde aus dieser Zeit läßt sich die Lagerstelle festlegen. Eine übliche Quelle ist die folgende:
"28.6.1628: Roland Schenk von Nydeggen, Amtmann zu Malberg, berichtet an den Kurfürsten von Trier: dass die protestantischen holländischen Kriegsvölker bereits dreimal das Haus Malberg eingenommen, geplündert und einmal den Amtmann Johann Schweidahl weggeführt, dass sie die Gegend von Neidenbach und Wisch beunruhigen."
Im Spanischen Erbfolgekrieg legen die drei Bürgermeister von Neidenbach eine Beschwerde bei einem spanischen Obristen ein.
Quellenangabe: Festschrift 800-Jahr-Feier der Gemeinde Neidenbach 1977
