Von Karfreitag bis zur Auferstehungsmesse an Ostern herrscht im ganzen Dorf eine besondere Stille, denn in dieser Zeit schweigen traditionell die Kirchenglocken. Diese Ruhe wird jedoch auf eine sehr charakteristische Weise gefüllt: Die Messdiener ziehen morgens, mittags, nachmittags und zur Schlafenszeit mit ihren hölzernen Klappern durch die Straßen der Gemeinde. Das rhythmische Klappern hallt dabei durch die Gassen und kündigt den Bewohnern die jeweiligen Gebetszeiten an. Je nach Tageszeit rufen die Kinder laut und mit stolz erhobener Stimme die alten, überlieferten Ausrufe:
„Ischt mol“, „Mettisch“, „Zo Hoff“ und „Beeatglock“.
Diese besonderen Rufe gehören seit Generationen zum Klangbild der Karwoche in Neidenbach und verbinden die Kinder auf wunderbare Weise mit einem alten, lebendigen Brauch.
Für die Messdiener ist das Klappern eine verantwortungsvolle Aufgabe – und gleichzeitig ein Ereignis, auf das viele sich jedes Jahr wieder freuen. Nicht nur das gemeinsame Unterwegssein, sondern auch das Gefühl, Teil einer wichtigen Tradition zu sein, macht diese Tage für sie besonders.
Am Karsamstag gehen die Messdiener schließlich von Haus zu Haus, klopfen an die Türen der Dorfbewohner und bitten freundlich um eine kleine Spende für ihren Einsatz. Die Bewohner danken ihnen gern für den zuverlässigen und oftmals anstrengenden Dienst, den die Kinder während der gesamten Karwoche leisten. Die gesammelten Spenden werden am Ende zusammengelegt und fair unter allen teilnehmenden Messdienern aufgeteilt – ein schöner Abschluss, der Wertschätzung zeigt und gleichzeitig den Gemeinschaftssinn stärkt.
So bleibt das Klappern in der Karwoche ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens: ein Brauch, der Tradition bewahrt, die Kinder verbindet und das Dorf in einer besonderen Weise zusammenbringt.
